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Mindestlohncontainer in Altona

Posted in Altona, Hamburg, Social by Kay on 8. Juni 2009

Mindestlohn per Gesetz!

Kein Lohn unter 7,50 Euro

Mindestlohncontainer in der Großen Bergstraße (Hamburg-Altona)

Mindestlohncontainer in der Großen Bergstraße (Hamburg-Altona)

Vom 08. – 13. Juni 2009 steht in der Großen Bergstraße, in Hamburg Altona, ein Mindestlohncontainer. Initiator ist ein Bündnis aus Gewerkschaften und Sozialverbänden, die sich mit einer starken Stimme gegen Armut und für die Einführung eines gesetzlichen Mindestlohns in Deutschland einsetzen. Die Aktion wird bis zur Bundestagswahl in Deutschland fortgesetzt.

Die Veranstaltung wurde heute offiziell vom Landesleiter ver.di „Wolfgang Rose“ eröffnet.

Mindestlohncontainer


Unter dem Motto „Arm trotz Arbeit“ nennt das Bündnis zehn gute Gründe für die Einführung des gesetzlichen Mindestlohns:

Der gesetzliche Mindestlohn

  • sorgt für Gerechtigkeit
  • schützt die Menschenrechte
  • bekämpft Armut
  • verhindert Ausgrenzung
  • stärkt unser Gemeinwesen
  • belebt die Konjunktur
  • sichert fairen Wettbewerb
  • vereinfacht die Regeln
  • ist vielfach erprobt
  • hat viele Befürworter

Weitere Einzelheiten kann man unter der Internetseite www.mindestlohn09.de erfahren. Dort findet man auch weitere Stimmen in Wort und Bild, repräsentative Umfragen und Video-Berichte.

Vor Ort können Bürger ihre Stimme für den Mindestlohn abgeben.

Meine Meinung:

Mindestlohn

Der Mindestlohn in Höhe von 7,50 Euro deckt teilweise noch nicht einmal das Existenzminimum ab. Die Forderung der Partei „Die Linke“, einen Mindestlohn von 8 Euro mit einem dann kurzfristigen Anstieg auf 10 Euro, halte ich für gerechtfertigt. Die Arbeit muss sich lohnen, ohne dass der Staat dazusteuern muss. Ich bin nun kein Wähler der Links-Partei, aber hier haben sie recht.

Wer heute keine entsprechenden Umsätze und Gewinne mit seinem Geschäft erzielt, kann es nicht einfach auf dem Rücken der Mitarbeiter austragen. Dann muss man auch mal ein Geschäft eben schließen, wenn es nicht mehr rentabel ist. Das war früher auch schon so.

Diskutieren – Diskutieren – Diskutieren

Während fast alle EU-Länder schon einen Mindestlohn haben, wird in Deutschland fleißig diskutiert, diskutiert und diskutiert. Egal ob die Mitarbeiter einen leeren Kühlschrank haben,  Hauptsache schön lange alles hinauszögern. Aus politischer Sicht, sicherlich ein Fehler.

Der Mitarbeiter muss flexibel sein

Es gibt auch Unternehmen im Einzelhandel, die einen Stundenlohn knapp über den geforderten Mindestlohn bezahlen. Allerdings werden sehr oft nur Verträge mit 20 Wochenarbeitsstunden abgeschlossen. Dabei müssen sich die Mitarbeiter flexibel zeigen. Mal eine Frühschicht, mal eine Spätschicht. Das wiederum bedeutet, dass ein Zweitjob nicht mehr möglich ist und man von den 20 Stunden leben muss, was teilweise bei einigen Mitarbeitern zu großen Problemen führt.

Es geht also nicht immer nur um den Mindestlohn.

Noch ein Geschäft mehr auf Kosten der Mitarbeiter

In einigen Stadtgebieten gibt es z.B. schon fünf Friseur-Geschäfte. Da muss dann auch noch ein sechstes Geschäft zusätzlich aufgemacht werden. Wenn die Umsätze dann ausbleiben, sind die Mitarbeiter die Leidtragenden.

Vielleicht sollte man nicht immer jeden Business-Plan gleich abnicken. Mit einer realistischen Einschätzung hilft man dann auch dem Jungunternehmer, bevor er sich hinterher verschuldet und die Ämter für die Angestellten einspringen müssen, weil der Lohn nicht mehr in einer vernünftigen Höhe bezahlt werden kann.

Leiharbeit

Ich kann mich noch an die Anfangszeiten der Leiharbeit erinnern. Die Sekretärin vom Chef ging in den Urlaub und er saß alleine da. Nun kam die Zeitarbeitsfirma ins Spiel und ihm wurde unkompliziert eine Leiharbeiterin, die auch einen vernünftigen Lohn erhielt, zur Verfügung gestellt.

Was heute aus den Zeitarbeitsunternehmen geworden ist, ist wirklich das Letzte. Ich möchte auch gar nicht so viel darüber schreiben, bevor ich gleich explodiere.

Beispiel: Hochqualifiziert Leute, eingestellt als einfacher Angestellter (damit hinterher auch nichts schiefgeht) unter dem Motto – „Kannst froh sein, dass du überhaupt Arbeit hast“.

Ich glaube, die Arbeitsgesetze sind mittlerweile für Arbeitgeber so vernünftig ausgelegt (Probezeit, verbesserte Kündigungszeiten usw.), dass man langsam auch auf Zeitarbeitsunternehmen verzichten kann.

Viele Arbeitgeber sollten vielleicht noch einmal nachkalkulieren, ob sie mit einem Zeitarbeitsunternehmen wirklich besser fahren. Auch da gibt es „Schwarze Schafe“.

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