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Touristen-Abzocke auf der Hafenmeile

Posted in Hamburg by Kay on 17. August 2010

Am Wochenende hatte ich mal das Bedürfnis, auf eine Toilette zu müssen. Wenn man sich dann gerade ungefähr in der Mitte der Hamburger Hafenmeile befindet, liegt es nahe, ein Restaurant aufzusuchen, wo man dann seinem Grundbedürfnis nachgehen kann. In der Woche ist das auch kein Problem. Doch wenn es die Touristenströme am Wochenende auf die Hafenmeile zieht, werden neuerdings merkwürdige Methoden angewendet. Im Gegensatz zur Herrentoilette, bildete sich vor der Toilette für Frauen, eine größere Ansammlung von zahlreichen Touristinnen.

Mit etwas Mitleid für die Frauen, freute ich mich auf eine schnellere Erlösung, meines etwas größer werdenden Problems. Doch auf einmal wurde mir die Tür von der Toilettenfrau versperrt. „Erst fünfzig Cent“ hieß es, „sonst keine Toilette!“ Den Frauen erging es nicht anders. Da ich nur einen etwas größeren Geldschein bei mir hatte und der Druck größer wurde, war ich jetzt etwas aufgeschmissen. Es half auch kein Bitten und Betteln, die Dame wurde auch noch frech und winkte mich ab. Man ließ mich nicht auf die Toilette!

Ein Wechseln des Geldscheins im Restaurant war auch schlecht, da an der Kasse eine Menschenschlange stand.

Was sollte ich denn jetzt machen?

Es gelang mir, mit meinem Fahrrad noch rechtzeitig ein Restaurant in der Hafencity zu erreichen, wo man mir dann den Toilettengang genehmigte.

Wenn wir in den Touristengebieten so mit unseren Gästen in Hamburg umgehen, dann wundert es mich nicht, wenn diese nur eine durchschnittliche Verweildauer von 1,9 Tagen in unserer Stadt haben. Ich hätte auch keine Lust, mich im Urlaub ständig rumärgern zu müssen.

Es sind eben keine wiederkehrenden Gäste, die man pflegen muss. Doch wenn das einreißt, dann hat Hamburg schnell den Ruf einer Abzocker-Stadt weg.

5 Antworten

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  1. IJ said, on 17. August 2010 at 14:46

    Was ich persönlich auf der Hafenmeile ärgerlicher, als die Nötigung durch die Toilettendamen, finde, ist die Feststellung, dass dort immer mehr Kinder bettelnd umherziehen.

  2. Thomas Panzau said, on 17. August 2010 at 16:11

    Passend zur Hamburg-Card gibt es vielleicht bald die Pinkel-Card. Pinkeln in allen Hamburger Restaurants und Museen und Sehenswürdigkeiten. Vielleicht als Monatsabo für 6 Euro oder als Sommerspezial für 15 Euro. Es gibt zwar ein Gesetz, wonach es verboten ist jemanden zu nötigen. Es gibt aber kein Gesetz, wonach eine öffentliche Toilette unentgeltlich zur Verfügung gestellt werden müsste. Es steht also jedem frei, in die Hose zu pinkeln🙂

  3. Kay said, on 17. August 2010 at 17:13

    @IJ
    Ist mir auch schon aufgefallen.

    @Thomas
    Wer Getränke und Essen anbietet, sollte auch für Toiletten sorgen, die man dann unentgeltlich benutzen kann. Eigentlich wollte ich mir noch ein Brötchen im Anschluss holen, hatte dafür aber keine Zeit, da ich andere Probleme dann hatte.

  4. michaela said, on 17. August 2010 at 19:58

    Natürlich ist das super ärgerlich.
    Andererseits ist es bestimmt auch nicht toll, jeden Tag 300 Leute bei sich auf Klo zu lassen, die nichts bei einem konsumiert haben – man denke mal an die Wasserrechnung, Reinigung, Klopapier etc. Das gibt’s ja auch nicht geschenkt und jeden Tag zig Leute… das summiert sich.
    Von daher denke ich, dass 20 bis 50 cent (für Nicht-Kunden) schon okay sind. Und wenn EINER mal wirklich nicht zahlen kann, dann sollte man ihn, wenn’s dringend ist, auch lassen.
    Doch ich schätze es wird nachher schwer, die echten Notfälle von den ‚unechten‘ zu trennen…

  5. Kay said, on 17. August 2010 at 20:27

    Die Toilettenfrau konnte ja nicht wissen, ob ich vorher etwas
    konsumiert hatte oder nicht. Und bei den Gästen Vorkasse zu nehmen,
    ist nach meinem Empfinden, kein korrektes Verhalten. Rechtlich gesehen, können die 50 Cent
    auch nur eine Empfehlung sein:

    http://www.ksta.de/html/artikel/1217410448386.shtml

    Übrigens, wenn ich da mal in der Woche hingegangen bin, zahlte ich immer
    20-30 Cent in das kleine Tellerchen ein und holte mir im Anschluss auch noch ein Brötchen.

    Das mache ich natürlich jetzt nicht mehr und werde zusehen, die Toilette dort zu meiden.


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